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Kiezspaziergang

 
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martin breger



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BeitragVerfasst am: 07.10.2009, 16:19    Titel: Kiezspaziergang

Kiezspaziergang

Auf dem letzten Treffen der Miet AG kam die Idee, so etwas wie einen Kiezspaziergang zu organisieren.
Bei diesem können die Sanierungshäuser im Kiez besucht werden und wir können uns informieren,
wo überall im Kiez Bestandswohnungen in Eigentumswohnungen aufgewertet wurden.

Es könnten Treffpunkt und Datum im Kiez bekannt gemacht (Aushang und Webseite) werden
und dieser Spaziergang kann als Ritual nach Bedarf wiederholt werden.
Mit der Bitte um Meinungen und Vorschlägen
Gruß


Zuletzt bearbeitet von martin breger am 11.12.2009, 12:42, insgesamt einmal bearbeitet
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martin breger



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BeitragVerfasst am: 20.10.2009, 14:13    Titel: Aufwertungsprozesse verlaufen nicht nach einheitlichen Muste

Aufwertungsprozesse verlaufen nicht nach einheitlichen Mustern. Jeder davon betroffene Stadtteil geht seinen eigenen Weg.
Können solche Prozesse sozial verträglich ablaufen, d.h. als eine Veränderung oder Weiterentwicklung, die mit allen Bewohnern gemeinsam erfolgt, ohne Einzelne unfreiwillig zu vertreiben?
Hier im Graefekiez wollen wir dazu einen Kiezspaziergang machen. Dabei werden wir insbesondere um die Umwandlungsprozesse von Mietbestand in Eigentumsbesitz kümmern. Viele Wohnungen werden hier in Eigentum umgewandelt und damit dem Mietmarkt entzogen.
Aber es gibt auch andere Prozesse der Aufwertung, wie Luxusneubauten, Lofts in ehemaligen Gewerbehöfen und auch Neubau von Wohnraum durch Baugruppen.
Wir laden euch ein diese Objekte im Kiez zu besuchen.
Kiezspaziergang Sonntag, den 1.11.09
Treffpunkt Admiralbrücke 14 Uhr

Miet AG im Graefekiez
Dieffenbachstr.40
66 30 72 36
Email: buero@graefe-kiez.de
www.graefe-kiez.de
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martin breger



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BeitragVerfasst am: 15.11.2009, 09:32    Titel: Bericht Kiezspaziergang 1.11.09

Bericht Kiezspaziergang 1.11.09

Kiezspaziergang Graefekiez

Es sind ca. 20 Anwohner zum Kiezspaziergang gekommen. Wir haben folgende Orte der Aufwertung besucht:

1) Den Bereich angrenzend an „Kreuzkölln“:
Hier werden Wohnungen, die Halbstandards haben modernisiert und Gerwerbehinterhöfe zu Loftetagen umgewandelt.
Teilweise wird vermieteter Wohnraum als Eigentumswohnung verkauft. Die angrenzenden Gewerberäume werden durch
Galerien, Bars und Designerläden aufgewertet. Da hier besonders viel Wohnraum günstig zu mieten waren, wird über
Modernisierung der Wohnungen mit entsprechender Mietsteigerung und Lofts der Mietdruck für sozial schwächer gestellte
erhöht. Die soziale Verdrängungsgefahr ist hier besonders groß.

2) Das Kiezzentrum
Wir besuchten das Kiezzentrum mit Umwandlungen von Standardwohnraum in Eigentumswohnungen. Die Umwandlung
beinhaltet vor allen Dingen Standardwohnungen, die durch Sanierung auch in diesem Standard bleiben - also keine
Luxusumwandlungen darstellen, aber natürlich den Bestandsmietraum verringern. Diese Form der Umwandlung ist im Kiez
am meisten verbreitet und verdichtet den Druck auf die Mietstruktur – der Mietbestand verringert sich dramatisch.
Die Quadratmeterpreise für Wohneigentum liegen bei 2 bis 3000 € und sind damit im gehobenen Preissegment in Berlin.

3) Die gehobene Wohnlage
Als Drittes Segment im Kiez ist ein bereits traditioneller Bestand an Wohneigentum , welcher sich im wesentlichen am
Landwehrkanal, sowie in Richtung Jahnpark befindet und durch die Baugruppe Urban (http://www.am-urban.de/),
sowie den Speicherbau am Südstern (http://www.grenzgaenger-berlin.de/index.htm) als Vorzeigeprojekte in die
Kategorie Luxusmodernisierung aufgewertet werden.

Im Laufe des 2 stündigen Spaziergangs bröckelte die Teilnehmeranzahl und wir freuten uns alle an einem warmen Kaffee am
Ende der Tour. Hier wurde noch einmal über die Mieten AG im Graefekiez informiert und diverse Broschüren und Informationen
verteilt.
Wir hoffen, dass unser Treffen der Miet Ag weiteren Zuspruch erhält.

Die AG-Mieten trifft sich wieder am: Jeden ersten Montag im Monat um 19 Uhr im Kiezbüro in der Dieffenbachstr. 40 .
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rüdiger nüchtern



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BeitragVerfasst am: 05.02.2010, 11:13    Titel: 2. Kiezspaziergang

Neuer Kiezspaziergang in Planung
Wir wollen einen weiteren Kiezspaziergang machen. Hierzu suchen wir Interessierte,
die sich an der Gestaltung beteiligen wollen.
Es geht um die thematische Gestaltung - neben der Umwandlung in Eigentum könnten
die Mietpreise im Kiez, eine Historie des Kiezes, die Suche nach öffentlichen (städtischen) Besitz
oder anderes im Kiez aufgezeigt werden.
Der Spaziergang sollte Anfang März 2010 stattfinden.
Interessierte Mitgestalter bitten wir sich per email zu melden oder im Kiezbüro oder im Nachbarschaftsheim zu melden.

Aktuelles auch auf:
http://mietenstopp.blogsport.de/
Die AG-Mieten trifft sich wieder am: Jeden ersten Montag im Monat um 19 Uhr im Kiezbüro in der Dieffenbachstr. 40 .
mieten-ag@graefe-kiez.de
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BeitragVerfasst am: 03.04.2010, 15:58    Titel: 2. Kiezspaziergang

2. Kiezspaziergang
Sonntag, den 11.04.2010
Treffpunkt Admiralbrücke 14 Uhr

Mietsteigerung und Eigentumsbildung im Graefekiez
Können solche Prozesse sozial verträglich ablaufen, d.h. als eine Veränderung oder Weiterentwicklung,
die mit allen Bewohnern gemeinsam erfolgt, ohne Einzelne unfreiwillig zu vertreiben?
Hier im Graefekiez wollen wir dazu einen Kiezspaziergang machen. Dabei werden wir insbesondere
den Mietbestand und die Mietpreisentwicklung, sowie die Umwandlung in Eigentum und deren Träger
anschauen. Viele Wohnungen werden hier durch Mietsteigerungen bei Neuvermietung teuer und damit
für sozial schwächer gestellte nicht mehr finanzierbar. Aber es gibt auch andere Prozesse der Aufwertung,
wie Luxusneubauten, Lofts in ehemaligen Gewerbehöfen und auch Neubau von Wohnraum durch Baugruppen.
Wir laden euch ein diese Objekte im Kiez zu besuchen.
Kiezspaziergang Sonntag, den 11.04.2010
Treffpunkt Admiralbrücke 14 Uhr
Miet AG im Graefekiez
Dieffenbachstr.40
66 30 72 36
Email: mieten-ag@graefe-kiez.de
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martin breger



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BeitragVerfasst am: 14.04.2010, 09:08    Titel: Bericht vom Kiezspaziergang zu Mieten am 11.4.2010.

Bericht vom Kiezspaziergang zu Mieten am 11.4.2010.

Bei kalten Temperaturen hatten sich ca. 20 Leute gefunden, um den Kiez zu besuchen.
Nach kurzer Begrüßung am Startpunkt Admiralbrücke gab es eine Erläuterung zu der Struktur des Kiezes.
Der Graefekiez hat eine kleinteilige Eigentümerstruktur im Hausbesitz, zwar gibt es Fondsgesellschaften,
die mehrere Häuser im Kiez besitzen, jedoch keine Ansammlung im Sinne „die rechte Straßenseite gehört
der Gesellschaft yxz“. Mit der „Düttmann Siedlung“ http://www.duettmann-siedlung.de/index.php?id=34&s=14
gibt es ein Projekt des ehemaligen Wohnungsbaus, in dem aber die Belegungsbindung bereits aufgehoben wurde.

Gleich am Startpunkt in dem angrenzenden Planufer hatten wir das erste Mietangebot für eine 1 Zimmerwohnung
35m2 mit einer Kaltmiete für über 9,90 € im Seitenflügel ermittelt. Diese überhöhten Mieten zogen sich über den
ganzen Kiezspaziergang fort – von der Böckhstr. über die Schönleinstr. bis hin zu der Müllenhoffstr. Aus der
Beobachtung der Mietangebote lagen die Kaltmieten bei 8 – 9 € bei 1 und 2 Zimmerwohnungen. Damit bei
40 bis 90% über den Mietspiegelmittelwerten.

In der Böckhstr. erreichten uns auch die ersten Klagen über erneut verteuerte Gewerbemieten. Die Verteuerung
der Gewerbemieten wird dazu führen, das kleine Handwerksbetriebe und Geschäfte der Verteuerung nicht mehr
standhalten können – insbesondere Glasereien, Künstlerbedarf, Fahrradläden und auch die kleinen Bioläden,
hier warten wir auf den ersten LPG Laden, also eine große Bioladenkette.

In der Graefestr und der Müllenhoffstr. konnten wir dann die Strategien der Immobilienunternehmen und
der Hausbesitzer an konkreten Beispielen erleben. So versuchte ein Hauseigentümer in der Graefestr. die
Mieter nach Erwerb des sanierungsbedürftigen Hauses zum Auszug zu bewegen, er ging von Wohnungshaustür
zu Wohnungshaustür, im anderen und nicht einzigen Fall im Kiez bot eine Immobiliengesellschaft eine Art
Mietmanagement dem Hausbesitzer als Service an - man muss wohl eher „Entmietservice“ sagen, denn
dieses Haus ist inzwischen zu Eigentumswohnungen umgewandelt worden.

Die Eigentümer derDüttmann Siedlung http://www.immoba-berlin.de/index_de.html?lang=de reagieren
inzwischen auf die überteuerte Mietsituation im Kiez, indem sie günstigen Wohnraum auf dem Markt anbieten
(bei 5 € Kaltmiete). Nun könnte man sagen endlich tun sie das, was der ehemalige soziale Wohnungsbau
hätte tun müssen und bieten unterhalb der möglichen Mieten Wohnraum an, jedoch wir vermuten es geht
hier um die nach der verschwundenen Belegungsbindung lästig gewordene Altmieterschaft.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtleben-Kreuzberg-Duettmann-Siedlung;art125,2748711
Sie soll aus der Siedlung vertrieben werden.

Am Ende des Kiezspaziergangs besuchten wir noch ein Haus in der Körtestr., welches „milieuschutzgerecht“
saniert wird und jetzt nur noch Eigentumswohnungen hat. Hier konnten wir den Inhalt des
Milieuschutzes überhaupt nicht mehr sehen.

Aktuelles auch auf:
http://mietenstopp.blogsport.de/
Die AG-Mieten trifft sich wieder am: Jeden ersten Montag im Monat um 19 Uhr im Kiezbüro in der Dieffenbachstr. 40 .
mieten-ag@graefe-kiez.de
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BeitragVerfasst am: 09.05.2010, 21:25    Titel: Hurra der Graefekiez ist Spitze!

Hurra der Graefekiez ist Spitze!
Die Mieten steigen immer mehr!
Kiezspaziergang der Mieten AG im Graefekiez. Sonntag, den 16.05.2010
Treffpunkt U-Bhf. Südstern 14 Uhr

Für all jene die im April nicht dabei sein konnten, hier der neue Termin!
Mietsteigerung und Eigentumsbildung im Graefekiez.
Hier im Graefekiez machen wir dazu einen Kiezspaziergang. Dabei werden wir uns den Mietbestand
und die Mietpreisentwicklung, die Umwandlung in Eigentum und deren Träger anschauen. Viele
Wohnungen werden hier durch Mietsteigerungen bei Neuvermietung teuer.

Wir laden euch ein die Prozesse der Aufwertung, wie Luxusneubauten, Lofts in ehemaligen Gewerbehöfen
und auch Neubau von Wohnraum durch Baugruppen und natürlich die teuren Neuvermietungen zu besuchen.
Der Flyer zum Herunterladen:
http://docs.google.com/leaf?id=0Bz0x00K5VshEMDhjM2E4NTAtNzNiNy00MWJkLTllYzUtZjQ2M2ZhOWVhNWE4&hl=en

Aktuelles auch auf:
http://mietenstopp.blogsport.de/
Die AG-Mieten trifft sich wieder am: Jeden ersten Montag im Monat um 19 Uhr im Kiezbüro in der Dieffenbachstr. 40 .
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martin breger



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BeitragVerfasst am: 18.05.2010, 15:17    Titel: Ein Bericht zu Hurra, der Graefekiez ist Spitze

Ein Bericht zu Hurra, der Graefekiez ist Spitze

Da auch Presse bei dem Kiezspaziergang zu steigenden Mieten dabei war, diesmal statt ein Bericht nur ein Link:

http://www.neues-deutschland.de/artikel/171176.gier-im-idyllischen-graefekiez.html?sstr=gier

http://mietenstopp.blogsport.de/2010/05/18/gut-angekommen-graefekiez-spaziegang/

Lars Dittmer hat auch im Tagesspiegel einen netten Bericht veröffentlicht:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/anwohner-im-graefekiez-fuerchten-verdraengung/1872372.html

Aktuelles auch auf:
http://mietenstopp.blogsport.de/
Die AG-Mieten trifft sich wieder am: Jeden ersten Montag im Monat um 19 Uhr im Kiezbüro in der Dieffenbachstr. 40 .
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Zuletzt bearbeitet von martin breger am 03.07.2010, 12:19, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 26.05.2010, 20:18    Titel: Steigende Mieten Stoppen

Hier die Einschätzung zum Kiezspaziergang von:

Steigende Mieten Stoppen

Der heutige Kiezspaziergang soll auf das Problem steigender Mieten im Graefekiez hinweisen.
Die Situation hier im Viertel ist aber auch beispielhaft für viele Bereiche in der Berliner Innenstadt,
und außerdem lassen sich einige Grundprobleme der Berliner Mieten- und Wohnungspolitik darstellen.

Der Graefekiez gehört ähnlich dem Bergmannkiez zu jenen Kreuzberger Kiezen, die schon seit einer
Weile eine Vorreiterrolle im Bezirk spielen: Hier ist das Mietniveau höher als zum Beispiel rund um
die Wrangelstraße in SO36. Der Kiez hat keinen alten "schlechten Ruf" mit sich herumzutragen, und
eignet sich daher um so besser als Zuzugsgebiet für Menschen aus der Mittelschicht. Das ist ein Grund
dafür, dass Immobilienunternehmen sich hier im Graefekiez schon seit Jahren einkaufen.

Diese Unternehmen treiben einen Umwandlungsprozess voran, der verschiedene Seiten hat:
Um Profit realisieren zu können, werden Häuser modernisiert und damit in höherpreisiges
Wohnungsmarktsegment gehoben. Viele Wohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt,
da sich durch deren Verkauf schneller hohe Gewinne realisieren lassen. Das Erscheinungsbild in den Straßen
verändert sich durch das Aufhübschen der Häuser, durch das Erscheinungsbild einer wohlhabenderen
BewohnerInnenschaft und durch ihre Konsumgewohnheiten: Dadurch siedeln sich auf einen mittelschichtigen
Lebensstil orientierte Läden vermehrt im Kiez an. Das sich wandelnde Image des Kiezes verleitet auch andere
Hauseigentümer dazu, die Mieten zu erhöhen.

Nun findet der Druck auf BewohnerInnen mit niedrigen Einkommen gleich auf mehreren Ebenen statt.
Einerseits sind ihre Wohnungen besonders interessant, um hier Modernisierungen durchzuführen und
Mieterhöhungen zu realisieren, da dort der Unterschied zwischen aktueller und auf dem Markt erzielbarer
Miete besonders groß ist ("rent gap"). Gleichzeitig wird das Wohnungssegment kleiner und einfach
ausgestatteter Wohnungen durch den Veränderungsprozess immer weiter verknappt, sodass in diesem Segment
die Nachfrage deutlich höher ist als das Angebot. Mit den Folgen, dass gerade einkommensschwache MieterInnen
einen immer höheren Anteil ihres Einkommens für die Wohnkosten ausgeben, wenn sie den Stadtteil und ihre
sozialen Beziehungen vor Ort nicht aufgeben möchten.

Das Phänomen der Aufwertung findet aber nicht nur auf einigen besonders gefragten "Inseln" statt, es befällt
mittlerweile große Teile der Berliner Innenstadt. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass sich in der Mittel-
und Oberschicht immer mehr ein "urbaner" Lebensstil durchsetzt, während vor ein paar Jahrzehnten diese
Schichten vor allem außerhalb der Innenstadt siedelten. Auch die veränderten Strukturen der Erwerbsarbeit - immer
weniger klassische Industriearbeit und ein Anwachsen des Dienstleistungssektors, in Berlin vor allem im "kreativen"
Bereich, kann eine Orientierung auf die Innenstadt als Wohn- und Lebensort erklären.

Die Zahl derjenigen, die also Wohnungen in der Innenstadt nachfragen, steigt, und gerade MieterInnen mit geringen
Einkommen kommen dabei unter die Räder. Die besonders beliebten Aufwertungsviertel sind dabei nur eine Spitze
des Eisberges, der in seiner Größe öffentlich nicht erkannt und diskutiert wird.

Dabei handelt es sich bei weitem nicht nur um ein Marktphänomen. Aufwertung und steigende Mieten werden auch
politisch produziert. Denn auf der einen Seite gibt sich der Berliner Senat viel Mühe, mit Aufwertungsprojekten à la
Sanierung, Quartiermanagement und Stadtumbau West/Ost, durch mittelschichtsorientierte Bauplanung für
"Townhouses", durch gezielte Ansiedlung großer Unternehmen und durch Verkauf und Entwicklung städtischer
Flächen gerade die Innenstadtbezirke schick zu machen.

Denn es ist erklärtes Ziel praktisch aller Parteien - einer sogenannten Wachstumskoalition - die Berliner Innenstadt
als attraktiven Standort herauszuputzen, um weitere Unternehmen, Mittelschichtsangehörige und TouristInnen
anzuziehen. Da sind die einkommensschwachen BerlinerInnen natürlich im Weg, und deshalb sollen diese sich
darauf einlassen, nach und nach aus der Innenstadt verdrängt zu werden.

Andererseits gibt es nämlich nicht mehr wie in früheren Jahrzehnten eine staatlich geförderte Wohnungsbaupolitik,
die den Wohnungsmarkt entlastete. Der rot-rote Senat sieht vielmehr einfach zu, wie der Berliner Wohnungsmarkt
immer knapper wird: Seit Jahren wächst die Zahl der Haushalte in Berlin um rund 20.000 pro Jahr an, weil
die Haushaltsgröße schrumpft, also immer mehr Menschen alleine wohnen, Familien kleiner sind als früher. Dem
steht jedoch nur ein Neubau von 3.000 bis 4.000 Wohnungen im Jahr gegenüber, und da sind der Verfall von Wohnungen,
ihr Abriss, die Umwandlung in Gewerberäume sowie spekulativer Leerstand noch gar nicht eingerechnet.

Der Berliner Senat folgt jedoch der allgemeinen Devise, die Stadt habe sich nicht mehr als Bauherr für
Wohnungen zu betätigen, und auch Fördermittel für den Bau günstiger Wohnungen sind nicht in Sicht.
Die Verknappung des Wohnungsmarkts kommt vor allem den Hauseigentümern und Immobilienentwicklern zugute,
die so höhere Gewinne realisieren können. Und wie gut die Berliner Parteien mit der Immobilienbranche verwoben
sind, war in den letzten Monaten ja mal wieder zu erkennen.

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass sich steigende Mieten nicht auf einzelne Aufwertungsgebiete beschränken,
und dass das Problem sich in den nächsten Jahren ausweiten wird, wenn nicht schleunigst gegengelenkt wird.

Wir treten jeoch dafür ein, dass der Geldbeutel nicht darüber entscheiden darf, wer in welchem Viertel wohnt.
Wir sind für ein Recht auf Stadt für Alle und wenden uns gegen die Verdrängung der einkommensschwachen
MieterInnen aus den Aufwertungsgeboieten und der Innenstadt. Wir wissen aber auch, dass es, wenn die
Wohnungspolitik so untätig bleibt wie bisher und die Stadtentwicklungspolitik die Aufwertung weiter anheizt,
es nicht bei einem Problem der Innenstadt bleiben wird.

Bereits jetzt gehört Kreuzberg zu den teuersten Wohnbezirken in Berlin. Und das, obwohl das durchschnittliche
Einkommen der KreuzbergerInnen weit unter dem Durchschnitt Berlins liegt. Das heißt: Dieser Bezirk ist einer,
wo sich das Problem der steigenden Mieten ganz besonders zeigt, hier tritt es als sozialer Widerspruch auf engem
Raum zu Tage. So ist es auch kein Wunder, dass in Kreuzberg ungewöhnlich häufig von brennenden Luxusautos
und Angriffen auf besonders teure Wohnbauprojekte berichtet wird.

Aktuelles auch auf:
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BeitragVerfasst am: 13.09.2010, 20:08    Titel: Termin! Neuer Kiezspaziergang in Planung

Termin! Neuer Kiezspaziergang in Planung

Es gibt die Überlegung einen neuen Kiezspaziergang im Oktober 2010 zu machen.
Diesmal soll es um konkrete Auseinandersetzungen mit Vermietern/Eigentümer und Mieter gehen.
Wir suchen hierzu noch Informationen und MitstreiterInnen, die bei der Umsetzung helfen.
Ein erstes Treffen findet außer der Reihe am Do. 16.9.2010 im Kiezbüro um 19 Uhr hierzu statt. Ihr seid
hierzu herzlich eingeladen.
Der zweite Termin findet am Di. 28.9.2010 im Kiezbüro um 20 Uhr statt!
Der dritte Termin soll am Mo. 18.10.2010 um 19.30 sein.
Leider wird das Kiezbüro geschlossen und der Ort des Treffens ist das Nachbarschaftshaus Urbanstr. im großen Saal.
NHU
Urbanstraße 32
10967 Berlin
Telefon: 62 73 24 62
Der vierte Termin soll am Mo. 25.10.2010 um 19.30 sein.
Diesmal im neuen Kiezbüro: Dieffenbachstr.40 (Bethesda), Seitenflügel links, Erdgeschoß um 19.30.
ansonsten email an:
mieten-ag@graefe-kiez.de
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BeitragVerfasst am: 02.11.2010, 09:34    Titel: Kiezspaziergang 7.11.10

Kiezspaziergang 7.11.10
Hurra der Graefekiez ist Spitze!
Die Mieten steigen immer mehr!
Kiezspaziergang der Mieten AG im Graefekiez.
Sonntag, den 7.11.2010
Treffpunkt U-Bhf. Schönleinstr/Ecke Böckhstr 14 Uhr


• Steigende Mieten bei Neuvermietung.
• Entmietung durch Vertreibung der Altmieter.
• Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen.
• Vermietung von Ferienwohnungen an Touristen.
• Mietspiegel und Wohnumfeldverbesserung.
• Was ist die aktuelle Mietgesetzeslage?
• Wohin führt die Gier der Eigentümer im Graefekiez.
• Was können wir unternehmen und fordern?
• Welche Mittel gibt es sich zu wehren?
Hier im Graefekiez machen wir dazu einen Kiezspaziergang. Wir wollen die Häuser mit aktuellen Mietauseinandersetzungen besuchen.
Miet AG im Graefekiez
Dieffenbachstr.40
10967 Berlin
Tel 66 30 72 36
Email: mieten-ag@graefe-kiez.de
Hier der Flyer:
https://docs.google.com/fileview?id=0Bz0x00K5VshENzNkY2U3OGYtYmU3Mi00YWZmLTgwZTctNzAyMjY2MThkZWVh&authkey=CMCKkq4H&hl=en
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martin breger



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BeitragVerfasst am: 14.11.2010, 23:35    Titel: Bericht vom Graefekiezspaziergang am 7.11.10

Bericht vom Graefekiezspaziergang am 7.11.10
Es wurden Häuser in der Böckhstrasse, zweimal Graefestrasse, Dieffenbachstrasse und Grimmstrasse. besucht.
Dabei hatten wir uns vorgenommen über die dort stattfindenden Auseinandersetzungen mit den Eigentümern
zu sprechen und auch als zweites Thema den Einfluss des Tourismus auf den Kiez
zu zeigen. Verdrängung der
Mieter, möglichst schnelle Renditesteigerung durch hohe Mieten bei Neuvermietung und Umwandlung zu Eigentum
entsprechen aus unserer Sicht im Wesentlichen einer Dynamik der Erzielung von Rendite auf den Immobilienmarkt.

Die Folgen für die Mieter sind die Versuche der Eigentümer Hindernisse bei der Renditeerzielung zu beseitigen.
So sind Eigenbedarfskündigungen auch ein Mittel der Vertreibung besonders von Bestandsmietern, die seit Jahren
in dem Mietverhältnis stehen. Hierzu werden alle nahen Verwandten der Eigentümer herangezogen, um – natürlich
bei den guten Wohnungen im Immobilienbesitz neue Miet- und Eigentumsverhältnisse zu erzwingen.

Eine andere Variante ist aber auch die bloße Verkündigung von Modernisierungen mit zu erwartenden enormen
Mietsteigerungen. Hier im Graefekiez gibt es hiervor ein Hindernis im Milieuschutz, sodass die Eigentümer der Häuser
vielfach nur etwas vortäuschen, was aufgeklärte Mieter leicht durchschauen und als bloße Luftschlösser erkennen.

Ist denn die Verwertungskette abgeschlossen, wird das Haus veräußert bzw. in Eigentumswohnungen aufgeteilt.
Nicht immer wohnt in den Eigentumswohnungen der Besitzer, oft ist der Eigentümer am Ende der Verwertungskette
und versucht nun sein teuer erworbenes Eigentum mit Mietsteigerungen zu vermieten. Bei Häusern, in denen diese
Umwandlung schon geschehen ist, zerfällt für Mieter oft der Bezug zum Haus durch häufige Neuvermietung, also Wechsel
von Mietverhältnissen und der soziale Zusammenhalt zerbricht. So werden in diesen Häusern die Wohnungen von den
einzelnen Eigentümern vergeben. Ein Neumieter hat es also hier nicht mit einer oft bestehenden einzigen Hausverwaltung
zu tun, sondern mit den jeweiligen Eigentümern der Wohnungen im Haus.

Im Graefekiez kommt noch eine andere Eigentümlichkeit zum tragen: die Besitzer der Eigentumswohnung wohnen
dort nur zeitweise im Jahr und vermieten dann an Untermieter mit befristeten Verträgen oder vermieten an Touristen
über das Internet. Im Haus sind dann die Mieter mit ständig unbekannten Bewohnern konfrontiert und diese haben
gegenüber den Bestandsmietern andere Bedürfnisse – Partys und Ruhestörungen sind hier häufig, bei zunehmender
Isolation der Hausbewohner untereinander.

Tourismus im Graefekiez kommt also aus den Häusern heraus und aus den angrenzenden Hostels und Ferienwohnanlagen
(Mariannenstr und der Urbanstr ). Es ist zu vermuten, einzelne Hauseigentümer versuchen auf diese Weise über die
Vermietung von Touristenwohnungen auch Häuser zu entmieten.


Auswirkung ist im Sommer die zunehmende Geräuschkulisse der verkehrsberuhigten Graefestr., die viele Vorderhausbewohner
inzwischen stört. Die Gastronomie, die sich dort inzwischen angesiedelt hat und dem Bedürfnis auch der Touristen entgegenkommt,
wird wiederum durch Gewerbemietensteigerung gezwungen die Preise hoch zu halten und unterliegt somit einem zunehmenden
Umsatzdruck. Hier gilt es Vermittlung im Sinne eines Kodex zwischen Kiezbewohnern und Gewerbe zu erschaffen, der die
zunehmenden Probleme reguliert.

Der Problembereich Admiralbrücke – wo sich auf öffentlichen Raum im Sommer bis zu 300 Leuten auf der Brücke friedlich
treffen, führt zu der Frage, wie das touristischen Angebot und aber auch das Angebot an Treffpunkten im Kiez für Leute
mit wenig Geld bedient wird. Eine Vertreibung mit Polizeigewalt führt bestenfalls zu einer Verlagerung der nächtlichen
Ruhestörung
in die Grimmstr und andere– insbesondere auf den dortigen Spielplatz bzw. in die Graefestr.

Die Umwandlung der Wohnungen in Ferienwohnungen muss allerdings gestoppt werden – die Zweckentfremdungsverordnung
wird hier kaum greifen.

Die Umwandlung in Eigentumswohnungen muss innerhalb der Innenstadt verboten werden, bzw. einem erschwerten
Genehmigungsverfahren unterliegen.

Hausverwaltungen und Eigentümern, die mit Luxusmodernisierungen im Milieuschutzgebiet Mieter bedrängen (ALW/Bahe),
muss energisch entgegen getreten werden.
Firmen, die mit dem Mietmanagement nur das Ziel der Entmietung verfolgen (Ziegert) muss aus dem Kiez heraus gesagt
werden: wem gehört der Kiez.

Der Tourismus bezieht sich auf eine Attraktivität eines Kreuzbergs, welches gerade durch die soziale Mischung und der
unkonventionellen Lebensstile bis in die Jahrtausendwende geprägt war. Hier sollte aus dem Kiez heraus versucht werden
alternative Angebote anstatt der Ballermanntourismustour anzubieten. An die Stadtentwicklung ist zu fragen, wer entwickelt
den Kiez – Investoren, die reine Renditeinteressen durchsetzen oder deren Bewohner.

Mediaspree und andere Projekte sind wohl kein geeignetes Beispiel verantwortlicher Stadtentwicklung. Dem Kiez fehlen
allerdings die Orte der Eigenentwicklung, die auf die entstehenden Probleme reagieren und intervenieren können.


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BeitragVerfasst am: 23.11.2010, 21:56    Titel: Nachbereitungstreffen Kiezspaziergang

Nachbereitungstreffen Kiezspaziergang

Einladung zum Nachbereitungstreffen der Mieten Ag im Graefkiez.

Wir wollen den vergangenen Kiezspaziergang zu Mietkonflikten im Kiez und Probleme des Tourismus im Kiez
besprechen. Dazu treffen wir uns am Donnerstag, den 25.11.10 um 19.30 im Kiezbüro Dieffenbachstr.40.
(In den Eingang Bethesda linker Seitenflügel Erdgeschoß).
Bitte denkt daran, es gibt kein Klo da!
Nach 20 Uhr Einlass nur unter 0157 84812679.
Werde noch einen Zettel am Tor aufhängen.

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